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Entwicklungstagebuch
Die Entstehung des AVATARs

Es ist für viele von Euch bestimmt interessant mehr über die Entstehungsgeschichte des AVATAR- Poketsynths zu erfahren. Deshalb gibt es an dieser Stelle ein kleines Tagebuch und einige Bilder vom Prototypen bis zum aktuellen Seriengerät. Mein großes Modularsystem bildete die Grundlage für die Entwicklung eines kleinen, kompakten aber trozdem vollwertigen Pocketsynthesizer, nur waren die angestebten Abmessungen überhabt noch nicht erfüllt.

Außerdem gab auch mehr als 1000 Ideen, Wünsche & "Spinnereien". Hätte man alles Implementiert, dann hätte man auch gleich einen Modularsythesizer verwenden können oder auch müssen. Außerdem sollte der Preis natürlich in der Serie nicht zu hoch sein, um einen echten "Volkssynth" zu erhalten.

Die Technischen Unterlagen wurden angefertigt. Das war nicht schwer, denn ich habe mich ja an klassischen Synthesizerschaltungen orientiert, die ich schon in meinem Modularsystem verwendet habe. Aber mit der Zeit hat sich der Umfang der Schaltplanseiten auf fast 25 erhöht und damit auch der nicht vorher erwartete Zeitaufwand. Alle Teilschaltungen mußten zusammen Arbeiten, sich nicht gegen seitigseitig beeinflußen und eine solide Schaltungstechnik enthalten. Das waren viele Aspekte die beachtet werden sollten, aber auch damit wurde ich fertig!

Die ersten Bauteile wurden bestellt, um die ersten Test zu starten und die Bauteile zu sichten. Dieser Punkt war sehr Informativ!!! Erste kleine Unstimmigkeiten, hohe Preise und Lieferschwierigkeiten. Jetzt wurden aber alle verwendeten Bauteile in das CAD-System übertragen. Damit erhällt jedes Bauteil ein Footprint und die Bohrdaten für die spätere Platine. Diese Arbeit ist sehr anspruchsvoll, um alle daten richtig zu übertragen, tolleranzen mit einzubeziehen und an alternativbauformen zu denken.

Die ersten Test wurden modular durchgeführt. Die komplette Synthesizer-schaltung wurde in einzelne Module aufgeteilt und einzelnd auf Platinen aufzubauen. Die Module wurden dann mit Litzen verbunden. Mit dieser Methode waren Fehler leichter zu finden und auch zu beseitigen. Dieser Arbeitsschritt war der erste Test der Funktion an der realen Schaltung. Die Fehler, Unstimmigkeiten und Verbesserungen sollten ja im endgültigen Platinelayout berücksichtigt werden. Zur Info: Diese Platinen wurden schon auf der Basis der aufgenomenen Daten hergestellt. Dieses war also auch ein erster Test von Bohrdurchmessern, Leiterbahnenbreiten und auch der Footprints.

Mittels CAD-Layoutsoftware wurde aus der Schaltung eine große Platine entwickelt. Die Anordnung der Frontplattenbedienelemte waren dabei die gegeben Größe. Das Layout der Frontplatte wurde schon relativ früh festgelegt. Die sehr zeitaufwendigen Arbeit des Leiterbahnentflechtens einen sehr großen Teil der Entwicklungzeit verschlungen. Viele Änderungen und verbesserungen machten aufwendige Änderungen immer wieder nötig. Damit standen mir jetzt alle Daten zur herstellung einer Platine zur Verfügung.

Mit den generierten Daten wurde dann in Heimarbeit eine Prototypenplatine hergestellt und mit den zuvor bestellten Bauteilen bestückt. Die Herstellung im einen Labor hatte den vorteil der geringen Kosten und auch die schnellen Verfügbarkeit. Nachteil waren Fehler durch ungenaue Arbeit und der fehlende Durchkontaktierungen. Aber auch diese Platine wurde komplett aufgebaut und die erste Platine zum anfassen, testen und musizieren lag vor mir. Was für ein Moment.

Die Platine hatte natürlich noch (viele) Fehler,... und so war das Messen ein weiterer Zeitvertreib, der mich manchmal fast zum Wahnsinn getrieben hätte. Dabei wurde auch die erste Platinen so extrem verändert, das die Funktionsicherheit schon stark lachließ. Außerdem mußte ich auch öfter mit hausgemachten Fehlern kämpfen, weil ich mit der Meßspitze abgerutscht bin und irgendetwas "abgeraucht" ist. Also das absolute Chaos und auch schon viel Frust. Da kann ich nur sagen: Theorie und Praxis liegen Meilenweit auseinander !!!

Zwischenzeitig wurde auch immer wieder an der ersten Frontplatte gebastelt. Wie zu sehen entspricht das Layout nicht dem Seriengerät, denn es wurde ja noch sehr viel im Zuge der Entwicklungsphase geändert. Diese Frontplatte wurde auch schon im Zuge das modularen Testaufbaus verwendet. Die verwendten Potiknöpfe und auch die Schalter sind auf dem großen Modularsystem übernommen worden. Diese gefallen mir persönlich sehr gut, und auch die Verwandschaft ist erkennbar. Es wurden aber auch sehr viele Alternativen getestet.

Jetzt machen wir einen Zeitsprung. Es ist drei Prototypen später und auch ein weiteres 1/2Jahr ist verstrichen. Viele Forschung, immer wieder Änderungen und Verbesserungen. Aber jetzt ist es soweit. Die ersten drei Platinen wurden geliefert. Doppelseitig, durchkontaktiert, Stoplack und Bestückaufdruck (beidseitig). Da lacht das Elektroniker-Herz !!!!!! Aber wieder ist erstmal eine Sichtung fällig. Sind alle Leiterbahnen richtig, alle Bohrungen groß genug. Aber die gute Planung war ja hoffentlich nicht umsonst.


Für eine große Ansicht kannst du hier klicken.

Jetzt konnte die Bestückung beginnen. Die nötige Routine hatte ich ja bereits durch die drei "Handmade" Platinen, außerdem ist mir die Schaltung und die Lage der einzelnen Bauteile schon schon eingebrannt ins Gehirn.;-) .

 

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